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Lügen

Als mir heute das Zitat von Mulford: „Relativ echt und unverdorben ist der Mensch, der überhaupt noch weiß, wann er lügt. „ vor meine Augen lief, konnte ich gar nichts dagegen tun mich einmal mit dem Thema Lügen auseinander zu setzen. 🙂
Fragen nachdem Wieso, Weshalb, Warum ein Mensch lügt gingen mir durch den Kopf.
Sofort fiel mir der Spruch „ Lügen haben kurze Beine“ ein und die Geschichte von der langen Nase. Doch dies sind die Kindermetaphern, mit denen ich groß geworden bin und irgendwann glaubte ich wohl nicht mehr an die Märchen, denn meine Beine wurden länger und die Nase hielt sich im normalen Wachstumsspielraum.
Ich kam auf die Idee, die Lügen einmal auseinanderzusetzen und wieder zusammenzufügen ganz im Sinne des Bermudadreieckes in unserem Gehirn.
So begab ich mich auf die Suche nach meiner ersten Begegnung mit einer Lüge.
Ich war vielleicht vier Jahre alt und mein Vater belog meine Geschwister im Sinne eines Kartenspieles. Lüge oder nicht verlieren können? Ich kann es heute nicht mehr klären. Weiter komme ich im Moment von allein nicht zurück, doch darauffolgende Lügen könnte ich jetzt Unmengen aufzählen. Die von Anderen und meine Eigenen. Einmal war es eine Lüge bezüglich eines zu spät Kommens, der nicht gemachten Hausaufgaben, weil ich Konflikte vermeiden wollte oder der Angst des zu erwartenden, vorher im Kopf aufgebauten Konstrukts. All dies und noch viel mehr, wohl ganz bewusst im Sinne von, was Erwachsene können, darf ich auch. Ich lernte, zu lügen macht das Leben leichter.
Irgendwann wurden aus den Lügen unbewusste Geschichten im Hirn, Gefühle und Autobahnen gesteuert im Mechanismus des Seins. Meinte Mulford dies damit. Lügen kann zu einem stabilen Fundament in einem Leben werden. Die schlimmste Lüge allerdings der ich je begegnet bin, ist die mich selbst zu belügen. Aus Scham oder Furcht abgelehnt zu werden, nicht angenommen zu werden, wenn man die eigene Wahrheit spricht. Da beginnt wohl die Selbstachtung. Ein Freund sagte einmal zu mir, wer lügt macht sich schlechtes Karma. Ich behaupte fast das Lügen schon ein unterbewusster Vorgang der Angst ist, dem Anderen zu sagen wie es mir tatsächlich geht, was ich fühle, rieche, höre und schmecke, sondern im Sinne mir geht es besser , wenn ich lüge. Allerdings kann ich immer mehr feststellen, dass bewusstes Lügen = Schlechte Gefühle auslöst, denn irgendwann holen sie jeden wieder ein.
Ich werde immer auf Menschen treffen, die meine Art zu sein nicht verstehen können, doch es ist ein schöneres Gefühl mit Menschen umgeben zu sein, die akzeptieren das ein perfekt erlogenes Leben keinen Spaß macht. Ein Leben ohne Lügen ist nicht immer einfach, allerdings sehr befreiend.
TIPP: Achte beim nächsten Lügen einmal darauf wie Du dies tust. Beschreibe es und grenze es ein. Vielleicht ist es nur ein kleines Selbstwertproblem, ein altes Programm aus Deiner Kindheit oder Dein Ego welches sich durch die Lüge wieder einmal seine Größe zurück holt. Ein guter Weg echter und unverdorbener zu werden.
Herzliche Grüße und viel Spaß auf der Suche nach Deinen eigenen Lügen,
wünscht Dir Grit Lehmann

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